Fünf goldene Regeln für gute Texte

November 12th 2015 — von TRG Kollektive

TRG Kollektive
Intelligenz

Liebe Leserschaft, sehr geehrtes Internet!
 
Ihr seid Texter, arbeitet in einer PR-Agentur oder seid Hobby-Blogger? Ihr wollt nicht nur irgendwelche Beiträge oder Pressemeldungen schreiben, die sich in den Tiefen des Internets verlieren, sondern die Aufmerksamkeit erzeugen und gelesen werden? Dann Augen auf und Bleistifte gespitzt – hier kommen fünf ultimative Tipps für bessere Beiträge!
 
Bevor es losgeht, noch eine kleine Anmerkung am Rande: Wer glaubt, bereits alles über gute Texte zu wissen, überliest das Schwarzgedruckte und hält sich bitte nur an die rot eingefärbten, natürlich nicht ganz ernst gemeinten Regeln unter den jeweiligen Punkten! Soll ja nicht heißen, dieser Beitrag würde nur die eine Hälfte des Internets bedienen …!
 
Okay, zugegeben: Allein durch diese fünf Anregungen wird nicht gleich jeder Text wie von Geisterhand zum besten Artikel aller Zeiten. Aber wer die folgenden Ratschläge beherzigt, kommt dem Ziel, bessere Texte statt nur aneinandergereihte Worthülsen zu schreiben, schon deutlich näher.
 
Ein Idealtext im journalistisch-publizistischen Bereich ist transparent, logisch-stimmig und bezieht sich auf Erfahrungen und Weltwissen, heißt es. Blödsinn! Verpfuscht euren Artikel lieber mit den folgenden fünf Regeln! (Achtung: Ironie!)

  

Erste Regel: Texte durch Absätze auflockern und Infokästen erstellen

 
Gliedert im Vorfeld des Schreibens euren Artikel in mehrere kleine Absätze! Das hilft nicht nur dabei, die eigenen Gedanken zu strukturieren, sondern dem Leser am Ende auch, euch zu folgen. Zusätzlich schaffen in Absätze gegliederte Sinnzusammenhänge Klarheit und gedankliche Pausen.
 
Zusatzinformationen, wie z. B. Zahlen und Fakten oder Adresse und Öffnungszeiten, können in extra Absätzen oder Kästchen am Rand übersichtlich dargestellt werden.
 

Regel #1: Absätze

 
Absätze werden völlig überbewertet und sind nur etwas für Menschen mit Ordnungsfimmel! Schreibt in einem durch, das signalisiert, dass ihr was zu sagen habt! Wer Ordnung braucht, soll bei IKEA Kisten und Schachteln kaufen!
  

Zweite Regel: Den Leser ansprechen!

 
Am Anfang eines Textes gilt es innerhalb von zehn Sekunden, die Aufmerksamkeit des Lesers zu erhaschen und vor allem – sie zu behalten! Wie? Durch die Überschrift und die Einleitung! Schafft ihr dies nicht, klickt bzw. blättert euer potentieller Leser weiter. Das ist wie beim Kennenlernen: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck …! Wählt also eine Überschrift, die nicht nur kreativ klingt, sondern vor allem Interesse beim Leser weckt. Beispiel: Geht es, nur mal angenommen, in einem Beitrag darum, Tipps für das Schreiben guter Beiträge zu geben – völlig lächerlich, ich weiß –, könnte ich entweder die Überschrift „Mit guten Beiträgen lässt sich Aufmerksamkeit erzeugen – eine Schreibschule in fünf Schritten“ titeln, oder … – ich denke, ihr wisst, worauf ich hinaus möchte. Ein guter Titel bringt folgende Merkmale mit sich:
 

  • Er zeigt auf einen Blick, worum es geht (logisch)
  • Er erklärt und ist nicht nur eine faktische Zusammenfassung
  • Je kürzer, desto besser
  • Wortspiele und Metaphern „ziehen“, weil sie anregen

 
Ebenso wie mit der Überschrift verhält es sich mit der Einleitung. Bringt auf den Punkt, worum es in eurem Beitrag geht, reißt das Thema an – aber vor allem: weckt Interesse und macht Lust auf mehr! Der Leser wird es euch danken!
 

Regel #2: Interesse

 
Schafft auf gar keinen Fall Interesse beim Leser für euren Text – das würde ja bedeuten, ihr lauft dem Leser hinterher! Der Leser möchte ja etwas von euch – wozu also Interesse schaffen?!
  

Dritte Regel: Klare, lebendige Sprache benutzen

 
Gut, der erste Schritt ist getan – ihr habt das Interesse des Lesers geweckt, er möchte mehr wissen und liest weiter. Damit das auch so bleibt, darf euer Text im Folgenden sprachlich weder zäh noch verstaubt daherkommen – denn wer liest schon gerne einen staubtrockenen und damit stinklangweiligen Text? Euer Thema kann noch so interessant sein – wenn ihr es nicht richtig verkauft, geht es im Meer unter wie die Titanic nach dem Eisbergcrash! Eine klare und lebendige Sprache lebt von vielen Verben und wenigen Substantiven. Schachtelsätze haben nichts mit klarer Sprache zu tun und in Beiträgen jeglicher Art deshalb nichts zu suchen! Wir packen also das Wort „Schachtelsätze“ und stecken es in die Kiste für unerwünschte Schreibstile!
 

Regel #3: Schachtelsätze

 
Seid kreativ und erstellt möglichst lange Sätze! Je länger und komplizierter, desto besser! Eingeschobene Nebensätze sind eure neuen besten Freunde! Verschachtelt Sätze – greift zur „Komma-Taste“, so häufig es geht; wer sich hingegen erdreistet, Punkte zu verwenden, erhält pro Punkt fünf Strafpunkte und darf nicht mehr mitmachen! Kleiner Tipp für die schnelle Erstellung schöner, langer Sätze: viele Substantive, noch mehr Adjektive und nur ganz wenige Verben.
  

Vierte Regel: Fremdwörter vermeiden

 
Den Schachtelsätzen fügen wir gleich unnötige Anglizismen und andere Fremd- und Fachwörter hinzu – die Kiste versenken wir anschließend am tiefsten Punkt des Pazifischen Ozeans (der Atlantische tut es auch)! Nichts gegen Anglizismen im Allgemeinen – sie gehören zur Entwicklung der deutschen Sprache dazu. So heißt es vollkommen zu Recht „Public Viewing“, „mp3-Player“ oder „Screenshot“ – kein Mensch würde schließlich sagen, er hätte eine „Bildschirmkopie“ erstellt. In Texten jedoch gilt: Verzichte auf Fremdwörter (mögen sie auch noch so „hip“ und „cool“ klingen) und verwende sie nur, wenn sie entweder geläufig sind (Beispiel: Public Viewing) oder du sie im Anschluss erklärst! Oder anders gesagt (für die Denglisch-Freunde unter euch): „Anglizismen in Texten – no way! Forget it!“ Denn der gemeine Leser tendiert dazu, dann mit dem Lesen aufzuhören, wenn er ein Wort nicht versteht. Hinzu kommt: Ein Text, der mit einer Vielzahl an Fremdwörtern gespickt ist, liest sich kompliziert und holprig – und vermittelt dem Leser das Gefühl, der Verfasser schreibe über etwas, das dem Leser verschlossen bleiben soll. Texte aber sollen informieren und aufklären, Hintergründe beleuchten und Wissen vermitteln – und das möglichst verständlich für alle Leser.
 

Regel #4: Anglizismen

 
Tut euch und dem Leser einen Gefallen: Peppt euren Text mit so vielen Anglizismen auf, wie nur möglich! Wer will denn bitte, dass euer Text möglichst unkompliziert und verständlich wird? Anglizismen sind hip und cool, sie sind der benefit on top und bescheren euch eine riesige awareness und credebility! Nur Journalisten, Lehrer und alte Menschen wehren sich vehement gegen die Verwendung von absolut nicen Wortkreationen wie „Service Point“, „Claim“ oder „Facility Manager“ – wer sagt denn heute bitte noch „Hausmeister“?! Mega unql!
  

Fünfte Regel: Die Stilform und richtige Zeit beibehalten

 
Habt ihr euch für eine Stilform für euren Beitrag entschieden, müsst ihr auch dabei bleiben! Handelt es sich bei eurem Beitrag um eine Meldung, eine Nachricht oder einen Bericht?
 
Eine Meldung ist die kürzeste Stilform und besticht durch eine einfache Struktur. Kurz gesagt: klar und prägnant, keine Fremd- und Fachwörter, W-Fragen werden beantwortet, keine Meinungsmache.
 
Eine Nachricht ist die zweitkürzeste Form und etwas länger sowie ausführlicher als die Meldung. Dennoch wird sie knapp gehalten. Die Nachricht steht in der Vergangenheitsform, ist objektiv und verständlich. Es werden kurze Sätze verwendet, alle sieben W-Fragen beantwortet, und im ersten Satz wird die zentrale Tatsache mitgeteilt.
 
Ein Bericht ist ausführlicher als die Nachricht, sachlich-nüchtern, ähnlich einem Augenzeugenbericht. Der Aufbau und die Sprache unterscheiden den Bericht von der Nachricht: Hintergründe werden beleuchtet, Infos attraktiver verpackt präsentiert, alle sieben W-Fragen beantwortet, und die Infos sind nach Wichtigkeit geordnet (Pyramidenprinzip). Ein Bericht gliedert sich in Einleitung – hier gibt es verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, wie z. B. den Zitat-Einstieg, den szenischen Einstieg, den Frage-Einstieg etc. –, Hauptteil und Schluss.
 
Eine besondere Form stellt das Interview dar – es informiert über Meinungen und gibt – wer hätte das gedacht? – Antworten.
 

Präsens, Präteritum oder Perfekt?

 
Viele Schreiber tendieren dazu, in den Zeiten hin- und herzuspringen, mal Gegenwart, mal Vergangenheit zu benutzen – übles Foul! Rote Karte! Generell stehen Texte im Präsens (z. B. Reportagen) oder Präteritum. Wichtig ist, bei der gewählten Zeitform zu bleiben. Nachrichten und Berichte informieren über Ereignisse aus der Vergangenheit – hier wird deshalb, bis auf den ersten Satz, im Präteritum geschrieben; für den Einstiegssatz wird häufig das Perfekt verwendet.
 

Regel #5: Stil- und Zeitformen

 
Entscheidet euch auf gar keinen Fall für nur eine Stilform für euren Beitrag – die Auswahl ist viel zu groß! Stellt euch euer eigenes Stil-Menü zusammen! Kombiniert die Meldung mit der Nachricht oder dem Bericht – oder sogar mit beidem! Wer selbst dann noch nicht genug hat, nimmt als Sahnehäubchen das Interview obendrauf! Ist das nicht was?!

 
Was wäre ein Text, der durchgängig in einer einzigen Zeit steht? Na, wer weiß es? Richtig, ultra langweilig! Nehmt euch deshalb ein Herz und springt auch in den Zeiten hin und her! Benutzt mal die Gegenwart, mal die Vergangenheit – ach, was rede ich?! Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II – erlaubt ist, was gefällt! Nur Langweiler und Journalisten schreiben Texte im Präsens (z. B. Reportagen) oder Präteritum (z. B. Nachrichten) – warum also nicht mal etwas Abwechslung in den müden Text bringen und durch gewollte Zeitwechsel Chaos und Unübersichtlichkeit schaffen?!

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