Hyperlocal Banking-Kampagnen

Hyperlocal Banking-Kampagnen

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Wie mobile Bewegungsdaten, die regionale Vermarktung von Finanzprodukten im Omnichannel-Marketing revolutionieren

Der Markt für Finanzdienstleistungen ist durch eine fortschreitende digitale Defragmentierung, sinkende Kundenloyalität und einen intensiven Verdrängungswettbewerb geprägt. Traditionelle Filialinstitute und Regionalbanken stehen vor der existenziellen Herausforderung, die signifikanten Kosten ihrer physischen Infrastruktur zu rechtfertigen und diese effizient mit digitalen Vertriebskanälen zu verknüpfen (Omnichannel-Marketing). 

Auf der anderen Seite dringen agile Neo-Broker, FinTech-Plattformen, Online-Banken und Krypto-Anbieter mit rein digitalen, algorithmisch optimierten Marketingstrategien in den Markt und konzentrieren die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich. Der Wettbewerb um die begrenzte Aufmerksamkeit der User und der Mediadruck steigen. Im Rahmen dieser stetig schärfer werdenden Konkurrenz ist es immer schwieriger, die eigene Marke und Services bei der richtigen Zielgruppe zu platzieren.

Es ist somit wichtig (mit einem beschränkten Media-Budget) die Zielgruppen effizient zu adressieren und zwar zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, um immer Top of Mind bei der stark frequentierten Finanz-Zielgruppe zu sein. 

Im folgenden Beitrag zeige ich auf, wie der Einsatz der mobilen Bewegungsdaten, die Bildung von relevanten User-Profilen, gepaart mit der richtigen regionalen Standort-Wahl, den Finanzdienstleistern hilft diese Herausforderungen zu meistern.

Die drei Problemstellungen der Werbeauslieferung in der Finanzbranche

1. Ineffiziente & generische Zielgruppenadressierung 

In der durch starken Wettbewerb geprägten Finanzbranche ist es essentiell, sich vom Wettbewerb abzuheben, sichtbar und relevant für die Zielgruppe zu sein. Das erfordert heutzutage mehr Varianz bei der Aussteuerung der Werbekommunikation. Die Adressierung der Zielgruppen ist hierbei eine wichtige Herausforderung. Die meisten Advertiser im Finanzsektor kopieren (ohne es zu wissen) die gleichen Targeting-Strategien, wie die Mehrheit ihrer Konkurrenz. Salopp ausgedrückt – die meisten Werbetreibenden nutzen die gleichen Kanäle (Social & SEA) und bespielen die gleichen Zielgruppen von der Meta- und Google-Audience-Stange.

2. Ineffizienter Media-Budget-Einsatz

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die effiziente, programmatische Verteilung der knappen Budgets. Klassische, starre Mediabuchungen – wie sie zum Beispiel in der traditionellen Außenwerbung (Out-of-Home, OoH) über unflexible Insertion Orders (I/O) für feste Dekaden üblich waren – erweisen sich in diesem Marktumfeld als ökonomisch ineffizient. Die Auswahl von Werbestandorten erfolgt hierbei meist auf Basis makroskopischer, veralteter Frequenzdaten oder reinem „Bauchgefühl“ sowie fehlerhaften Annahmen bezüglich der Zielgruppen Präsenz. Da sich affine Zielgruppen jedoch dynamisch im Raum-Zeit-Gefüge bewegen und nicht den gesamten Tag an einem statischen Ort verweilen, resultieren aus diesem analogen Ansatz massive Streuverluste (Wasted Spend). Das gilt im Übrigen auch für viele DooH-Buchungen.

Eine erfolgreiche, konvertierende Konsumentenansprache im öffentlichen und privaten Raum setzt voraus, dass Werbetreibende exakt bestimmen können, wo (geographischer Kontext) und zu welchem konkreten Zeitpunkt (temporaler Kontext) sich die relevante Zielgruppe an unterschiedlichen Tageszeiten  bewegt. 

Unterschiedliche Aufenthaltsorte einer Zielgruppe über den Tag verteilt
Auf dem Schaubild sehen wir eine Beispielhafte Standortverteilung einer bestimmten Zielgruppe X. Morgens hält sie sich in anderen Regionen auf als Abends. Es ist somit wichtig genau dort zu targetieren.

Die Lösung liegt in der flexiblen, programmatischen Media-Buchung, gesteuert durch die Verschmelzung von mobilen Werbe-Identifikatoren (Mobile Advertising IDs) mit Bewegungsdaten und Informationen über die User-Präferenzen. 

3. Unzureichende lokale Performance-Messung und Kampagnen-Optimierung 

Banken und Finanzdienstleister, deren USP die persönliche Beratung und ein exklusives Filialnetz sind schalten meistens lokale oder regionale Werbekampagnen. Leider werden diese Maßnahmen hinsichtlich ihres Kampagnenerfolgs oft nur unzureichend ausgewertet und die Kampagnen dahingehend selten optimiert. So werden die Potentiale der lokalen Banking-Kampagne verschwendet. Die häufigsten Fehler sind die falsche Verteilung des Mediabudgets (indem man die falschen Regionen penetriert), die falsche Screens bespielt, die falschen Zielgruppen adressiert oder eine nicht optimale Werbebotschaft präsentiert. Mit mobilen Bewegungsdaten und der Conversion-Messung in der Filiale begegnet man diesen Herausforderungen. Später mehr dazu.

Drei Lösungsansätze & zentrale Anwendungsarten hyperlokaler Daten

Die methodische und operative Verwertung der aggregierten, raumzeitlichen Bewegungsdaten gliedert sich in drei trennscharfe Anwendungsarten auf. Jede dieser Säulen erfüllt eine spezifische Funktion innerhalb des strategischen Marketing-Funnels von Finanzinstituten.

 

Mobile Targeting (Säule 1) Hyperlocal Scoring (Säule 2) Performance Messung (Säule 3)

 

Fokus-Ebene Das Individuum / Das persönliche Endgerät. Der physische Raum / Die Werbefläche. Die empirische Attribution / Der POS.
Operative Kanäle Mobile Display, In-App-Video, Connected TV (CTV). Klassisches Out-of-Home (OoH), Digital Out-of-Home (DOOH). Daten-Attributions-Engines, CRM-Abgleich, Store-Visit-Tracking.
Zielsetzung Identifikation hochaffiner Nutzer auf Basis besuchter physischer Orte. Echtzeit-Lokalisierung von Zielgruppenströmen zur Screen-Auswahl. Erfassung realer Besucherströme in Filialen zur Kampagnen-Optimierung.

 

Säule 1: Mobile Targeting (Gerätebezogene Ansprache)

Diese Säule fokussiert sich auf die Nutzung mobiler Advertiser-IDs (MAIDs) für das direkte, gerätebezogene Targeting. Aus dem realen, historischen Aufenthaltsverhalten der Nutzer lassen sich mathematisch valide Rückschlüsse über deren Affinität, Produktinteressen und sozioökonomischen Status ziehen. Durch das Setzen geografischer Filter werden Nutzer identifiziert, die hochaffine physische Knotenpunkte frequentiert haben:

 

  • Besucher von Finanzknotenpunkten: Personen, die Finanzmessen, Anlegertage, Krypto-Kongresse oder Wirtschaftsforen besuchen, weisen ein verifiziertes interest an Wertpapierdepots und Vermögensanlagen auf.
  • Besucher hochpreisiger Geschäfte & Luxus-Hotspots: Ein konsistenter Aufenthalt an diesen Orten dient als Indikator für hohe Bonität und Affinität zu Private-Banking- oder Wealth-Management-Produkten.
  • Besucher von Filialen & Neubaugebieten: Erlaubt die punktgenaue Identifikation von Personen mit akutem Bedarf an Baufinanzierungen (Aufenthalte in Mustervorhaussiedlungen) oder Wechselabsichten (Präsenz bei Mitbewerber-Filialen).
  • Besucher von Bankfilialen der Wettbewerber: können genutzt werden um z.B. Vergleichsangebote den Kunden der Wettbewerber zu präsentieren (Wettbewerber Kampagnen)

Mobile Daten Matchen mit Verhaltensdaten

Durch algorithmisches Data Matching werden diese Rohdaten mit einer präzisen Point-of-Interest-Datenbank (POI) veredelt, um verhaltensbasierte Kohorten zu bilden.

Zusätzlich können diese beiden Datenarten mit Verhaltens-und Affinitäts-Daten weiterer Datenanbieter wie Gfk, Acxiom uvm. kombiniert werden und so genaue und individuelle Targeting-Profile erstellt werden. 

Mobile Daten Matchen mit Verhaltensdaten und Scoring von (D)ooH Plätzen

Hyperlocal Anbbieter von Daten

Beispielhaft: Einwohner von Berliner, Besucher der Sparkassen-Filialen, weiblich, mit Interesse am Segeln. Solchen Kombinationen von Daten sind kaum Grenzen gesetzt. 

Die Ansprache dieser hochgradig qualifizierten User erfolgt über programmatische Plattformen direkt auf ihren Devices mittels Mobile Display, Connected TV (CTV) und In-App-Video.

Säule 2: Hyperlocal Scoring (Raumbezogene Optimierung)

Im Gegensatz zur individuellen Geräte-Ansprache widmet sich die zweite Säule der Auswahl der richtigen Werbeflächen (zur richtigen Zeit an richtige Zielgruppen)

Hierbei erfolgt ein kontinuierlicher, datenbasierter Abgleich von Finanzinteressen und Produktaffinitäten mit konkreten physischen Standorten im städtischen Raum. Das System beantwortet algorithmisch zwei Kernfragen: 

  • Wo genau befinden sich die Interessenten zu welchen Zeiten kumuliert? 
  • und Wo sind Werbeflächen in unmittelbarer Nähe dieser Zielgruppen-Hotspots verfügbar?

Über das automatisierte Location Scoring wird ein dynamischer Index-Wert für jede verfügbare Werbefläche errechnet. Hierbei werden die Interessen-Daten gematcht mit Bewegungsprofilen Standorten von (D)ooH Werbeflächen. Dies ist eine perfekte Planungshilfe für lokale Marketing-Aktionen, um für eine bestimmte Zielgruppe nur die passenden Standorte auszuwählen. Das maximiert den regionalen Werbedruck und minimiert den Wasted Spend.

Matching von Mobilen Daten und DooH Screens
Ein Praxisbeispiel verdeutlicht den Hebel: Statt in einem Ballungsraum wie Berlin alle 3.900 verfügbaren Digitalscreens unkoordiniert zu bespielen, filtert die Location-Engine exakt jene 322 Screens heraus, die im unmittelbaren Bewegungsradius der Zielgruppe liegen. Erstellt mit Adsquare als Scroring Technologie und Adform als DSP.

Säule 3: Lokale Performance-Messung (Attribution & ROI-Validierung)

Die dritte Säule schließt den Kreislauf und überführt das lokale Marketing in eine exakte, empirische Performance-Marketing-Disziplin. Sie widmet sich der Messung der Kampagnen auf Grundlage der tatsächlichen Anzahl der Filialbesucher

Da die Interaktionen und Bewegungen über die eindeutige MAID-Infrastruktur sowohl beim digitalen/physischen Werbekontakt als auch beim anschließenden, realen Betreten der Bankfiliale erfasst werden, lässt sich eine präzise Messung der Besucherströme in der Filiale durchführen.

Diese datengestützte Attributions-Systematik erlaubt eine fortlaufende Optimierung der Kampagnen auf Grundlage der realen Performance. Finanzinstitute sind dadurch erstmals in der Lage, Werbemittel (A/B-Kreativtests), regionale Budgets und Screen-Platzierungen anhand harter Konversionsdaten anzupassen und unrentable Kanäle in Echtzeit abzuschalten.

 

Optimierungsdimension Analytischer Ansatz in der Praxis Direkte Marketing-Konsequenz

 

Placement- & Screen-Performance Mathematischer Vergleich der via Säule 3 gemessenen Filialbesuche zwischen spezifischen DOOH-Screens an Knotenpunkt A und Knotenpunkt B. Agiles, programmatisches Budget-Shifting hin zu den nachweislich konversionsstärksten geografischen Kontaktpunkten.
Asset- & Kreativ-Validierung A/B-Testing unterschiedlicher Werbe-Hooks (z. B. Spitzenzinsen vs. Fokus auf persönliche Beratungskompetenz) bezüglich der realen Besuchsfrequenz. Automatisierte Optimierung der Werbemittel (Dynamic Creative Optimization – DCO) hin zum stärksten Konversions-Treiber.
Regionale Varianz & Sättigung Kontinuierliche Analyse der Store-Visit-Dichte aufgeschlüsselt nach Stadtteilen, Postleitzahlen oder Makro-Standorten. Feinjustierung und Drosselung des lokalen Werbedrucks zur Vermeidung regionaler Marktsättigung und Budget-Verschwendung.

 

Hyperlocal Kampagnen in der Filiale auswerten und optimieren

Die strategische Synthese: Die Cross-Channel-Verknüpfung als geschlossener Regelkreis

Die maximale Wirkung des Hyperlocal Finance Marketings entfaltet sich, wenn alle drei Säulen nicht isoliert agieren, sondern technologisch zu einem geschlossenen Regelkreis (Omnichannel-Loop) verknüpft werden. Die Kombination erhöht die Werbeerinnerung (Ad Recall) überproportional und führt den Kunden strukturiert durch den Funnel.

Vor allem die Verlängerung der lokal platzierten OoH oder DooH Werbeflächen durch zusätzliche Hyperlocal-ausgespielte mobile Display Kampagnen, und die Wiedmannssprache der User die die Screens vor Ort gesehen haben (durch Geo Retargeting) ist extrem effektiv. Man kann die User erneut Cross Device ansprechen z.B. via Smart TV (CTV) oder einer Video Ad auf dem Smartphone oder Tablet.

Geo Retargeting via Display- und CTV-Kampagnen

 

Der dreistufige Synthese-Prozess:

  1. Die Raum-Aktivierung (via Säule 2): Der affine Konsument wird im öffentlichen Raum über einen DOOH-Screen angesprochen, welcher mittels Hyperlocal Scoring exakt an einem geografischen Zielgruppen-Hotspot platziert wurde. Dies sorgt für den initialen, visuellen Impact.
  2. Die digitale Verlängerung (via Säule 1): Die Location-Intelligence-Plattform registriert die anonymisierte Präsenz der Zielgruppen-MAID im Geofence des Screens während der Ausspielung. Im Sinne einer Cross-Channel-Amplifikation wird diese ID unmittelbar mit digitaler Folgewerbung bespielt. Der User erhält auf seinem Smartphone (Display/Video) oder abends im Wohnzimmer (CTV) weiterführende, vertiefende Produktinformationen, die den Impuls aus dem öffentlichen Raum in eine private Nutzungssituation überführen (Display- CTV-, Video-Ads).
  3. Die Konversions-Attribution (via Säule 3): Besucht der Kunde aufgrund dieser mehrstufigen Kette die regionale Bankfiliale, wird dieser Store Visit via Hintergrund-Signal erfasst und der Kampagne zugewiesen. Die so gewonnenen Performance-Daten fließen sofort zurück in das System, um das Location Scoring (Säule 2) und die Zielgruppensegmentierung (Säule 1) für die nächste Kampagnenphase autonom zu optimieren.

Fazit und strategischer Ausblick

Hyperlocal Finance Marketing markiert den evolutionären Schritt von der klassischen, gießkannenbasierten Regionalwerbung hin zu einer präzisen, verhaltsorientierten und messbaren Omnichannel-Strategie. Durch das Zusammenspiel aus Mobile Targeting (Säule 1), Hyperlocal Scoring (Säule 2) und Lokaler Performance-Messung (Säule 3) gelingt es zukunftsorientierten Finanzinstituten und Filialisten, effiziente Kampagnen zu schalten und im stark umkämpften Finanzsektor zu bestehen.

Sollte Sie das Thema tiefergehend interessieren, oder suchen sie einen Partner für die Umsetzung Cross Medialer Hyperlocal Banking Kampagnen, dann freuen wir uns auf Ihren Kontakt.

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