Pause Ads: Warum YouTube das Format der Wahl ist

Pause Ads: Warum YouTube das Format der Wahl ist

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Netflix hat sie, Prime Video, RTL+ und Joyn haben sie auch: Anzeigen, die auf dem Fernseher erscheinen, sobald jemand auf Pause drückt. Warum sollte man sie dann ausgerechnet bei YouTube buchen?

 

Bei den großen Streaming-Vermarktern wird das Format meist per Auftrag (IO Buchung) oder über fest verhandelte Deals (POP-Deals) verkauft, oft mit Mindestabnahmebudget. Die Tausend-Kontakt-Preise, die in dem Bereich für Pause Ads angeboten wurden, liegen  teils deutlich über 100 €. In unseren eigenen Tests mit YouTube Pause Ads lag der Preis bei einem Bruchteil davon. Dazu kommt, dass sich YouTube über DV360 als nicht garantierter Deal programmatisch einkaufen lässt, ohne eine garantierte Abnahmemenge zu vereinbaren. Budget und Laufzeit lassen sich während der Kampagne anpassen, das macht die Buchungen sehr flexibel.

Falls Sie von Pause Ads noch nichts gehört haben: Das Format ist in Deutschland noch jung. Joyn hat es zum Beispiel erst im Mai 2026 eingeführt, RTL+ will es ab 2027 programmatisch anbieten. Ein guter Zeitpunkt, es sich genauer anzusehen.

 

So funktioniert eine YouTube Pause Ad

Jemand schaut YouTube auf dem Fernseher, holt sich etwas aus der Küche und drückt auf Pause. Zehn Sekunden später erscheint neben dem angehaltenen Video die Anzeige: ein Bild, der Name und das Logo der Marke und eine kurze Headline. Sie bleibt stehen, bis weitergeschaut oder die Anzeige weggeklickt wird.

 

YouTube Pause Ads sind ein Werbeformat für Connected TV (CTV), also für die Nutzung von Streaming-Angeboten auf mit dem Internet verbundenen Fernsehern. Anders als ein Werbespot vor oder mitten im Video unterbricht die Pause Ad keinen laufenden Inhalt. Sie erscheint in einer Pause, die der Zuschauer selbst eingelegt hat. Der große Vorteil: will man das Streaming fortsetzen, schaut man automatisch auf die Werbung. Das tut man bei Werbeunterbrechungen oft nicht, oder ungerne, da man gestört wird. Hier hat man die Pause selbst iniziert,

 

YouTube spielt sie nur auf dem Fernseher aus, nicht auf dem Smartphone oder am Rechner.

Warum das Format interessant ist

Pausen sind keine Randerscheinung. Magna und DirecTV haben 2025 in den USA rund 2.400 Erwachsene befragt. Von denen, die in der untersuchten Sitzung pausiert hatten, nannten 81 Prozent als Grund, beim Inhalt bleiben zu wollen: um nichts zu verpassen, eine Szene noch einmal zu sehen oder auf jemanden zu warten. 54 Prozent pausierten ein bis fünf Minuten, 11 Prozent sechs bis 15 Minuten.

 

Auch die Haltung zum Format ist freundlich. Unter den Befragten, die Pause Ads grundsätzlich offen gegenüberstanden, zogen je nach Generation 60 bis 67 Prozent eine Pause Ad einem eingefrorenen Bild vor.

 

Erste Zahlen zur Aufmerksamkeit kommen von Anbietern des Formats. Wunderkind hat gemeinsam mit dem Messdienstleister TVision Millionen programmatischer Impressions in 15 Branchen ausgewertet. Pause Ads bekamen dabei fast doppelt so viel Aufmerksamkeit wie klassische 60-Sekunden-Spots, im Automobilbereich 34,2 gegenüber 12,2 Sekunden. 

 

TripleLift berichtet von 24 Prozent mehr Markenerinnerung als bei Pre-Roll-Videos. Beide Studien stammen aus den USA und aus anderen CTV-Umfeldern als YouTube. 

 

Google selbst sagte 2024, als YouTube Pause Ads noch im Pilotbetrieb liefen: Das Format liefere starke Brand-Lift-Ergebnisse und werde zu Premiumpreisen gebucht. So formulierte es Google-Manager Philipp Schindler bei der Vorstellung der Quartalszahlen.

YouTube ist längst ein Fernsehprogramm

Viele verbinden YouTube noch mit dem Smartphone. Das trifft immer weniger zu. Laut Digital i stieg der Anteil des Fernsehers an der YouTube-Sehdauer zwischen Januar 2024 und Dezember 2025 von 28 auf 35 Prozent. Im Durchschnitt der 20 untersuchten Märkte, darunter Deutschland, entfielen 2025 pro Account täglich 99,1 Minuten auf YouTube und 93,4 Minuten auf Netflix.

 

Für Deutschland nennt Google 21 Millionen Menschen ab 16 Jahren, die YouTube mindestens einmal im Monat auf dem Fernseher nutzen (Stand September 2024). Das beschreibt die TV-Nutzung von YouTube insgesamt, nicht die Reichweite einer einzelnen Kampagne. Vor dem Fernseher sitzt außerdem oft mehr als eine Person: Laut einer Magnite-Umfrage schauen 68 Prozent der deutschen Streamer überwiegend gemeinsam mit anderen. YouTube Pause Ads sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar.

 

Wo man Pause Ads in Deutschland heute buchen kann

YouTube ist nicht der einzige Anbieter, und die Umsetzungen unterscheiden sich. Joyn zeigt die Anzeige im Vollbild, Prime Video erlaubt Interaktionen über die Fernbedienung, RTL+ und HBO Max spielen auch auf anderen Bildschirmen aus. Der größte Unterschied liegt aber im Einkauf. 

 

Eine Umfrage von Index Exchange unter Einkäufern und Publishern zeigt: Die meisten befragten Publisher vermarkten Pause Ads vor allem im Direktverkauf (IO & Managed Buchungen). 

 

Negativ im Vergeleich zu den YouTube Pause Ads sind die Marktpreise der Wettbewerber zu nennen, die teils deutlich über 100 € liegen. Positiv im Preisvergleich neben YouTube ist Netflix zu nennen die aber eine hohe Mindestbuchung veranschlagen und eine recht unflexible Buchungsoption im vergleich zu der programmatischen Buchung von YouTube.

 

So sieht die Lage in Deutschland Stand heute aus:

 

Anbieter Buchungsweg Was das bedeutet
Netflix Direktbuchung oder Private Deal  Nach unseren Anfragen mit Mindestbudgets im fünfstelligen Bereich. Programmatische Pause Ads hat Netflix für UK und EMEA ab Oktober 2026 angekündigt.
Prime Video Amazon DSP, als Managed Service Interaktive Pause Ads über Amazons eigenes Team, Mindestbudget für den Managed Service
RTL+ und HBO Max nur per Auftrag (IO) 5 Werktage Vorlauf, 10 bei Kreation durch Ad Alliance. Programmatisch für RTL+ ab 2027 angekündigt.
Joyn Direkt oder programmatisch über The Trade Desk Laut Fachpresse als Programmatic Guaranteed, also mit fest vereinbarter Menge und festem Preis
YouTube Google Ads (Reservierung) oder DV360 (garantierte und nicht garantierte Instant Deals) Über den nicht garantierten Deal in DV360 ohne feste Menge, mit festem TKP-Gebot ab einem Mindestpreis

Die von uns angefragten Streaming-Angebote waren häufig mit Mindestbudgets oder festen Buchungsbedingungen verbunden. Für kleinere Tests können solche Konditionen eine Hürde sein.

YouTube: in unseren Tests günstiger im Einkauf

In unseren Tests in Deutschland kosteten YouTube Pause Ads einen Bruchteil dessen, was uns große Streaming-Vermarkter für ihr Pause-Ad-Inventar angeboten haben. Auch die Pause-Ad-Deals anderer Publisher, die in DV360 verfügbar sind, lagen mit ihren Mindestpreisen etwa beim Doppelten bis Dreifachen.

 

Dazu kommt die Flexibilität des nicht garantierten Deals. Man legt keine feste Menge fest, sondern gibt ein festes TKP-Gebot ab, das mindestens dem angezeigten Mindestpreis entspricht. In unserem Test war dafür kein Mindestbudget nötig.

Wer Inventar sicher reservieren will, kann alternativ einen garantierten Deal wählen, der dann allerdings verbindlicher ist.

Großer Bildschirm, lokales Budget: CTV für Dienstleister

Wer auf dem großen Bildschirm werben möchte, braucht dafür nicht zwangsläufig das Budget einer breit angelegten linearen TV-Kampagne. Bei flexibel buchbaren CTV-Angeboten lassen sich Zielgebiet, Laufzeit und Budget auf den tatsächlichen Bedarf zuschneiden. Das kann den Einstieg mit deutlich kleineren Gesamtbudgets ermöglichen. Der Vorteil liegt vor allem darin, gezielter einzukaufen: Ein pauschal niedrigerer Tausend-Kontakt-Preis als im linearen Fernsehen ist damit nicht garantiert.

Besonders interessant ist das für lokale Dienstleister wie Handwerksbetriebe, Autohäuser oder Fitnessstudios. Statt Reichweite weit außerhalb des eigenen Einzugsgebiets einzukaufen, lässt sich Werbung je nach Plattform und Buchungsmodell auf Städte, Regionen und einzelne Postleitzahlgebiete eingrenzen. Google dokumentiert für DV360 ein Geotargeting bis auf PLZ-Ebene. So kann etwa ein Handwerksbetrieb seine Kampagne auf die Gebiete konzentrieren, in denen er tatsächlich Aufträge annimmt. Das kann Streuverluste verringern und das Werbebudget schonen.

Zusätzlich sind je nach Angebot Targetings nach Alter, Geschlecht, Interessen, Kaufabsichten, Sprache oder Tageszeit möglich. Für YouTube Pause Ads muss die Auswahl im konkreten Deal geprüft werden: Nicht alle Optionen von In-Stream-Anzeigen stehen auch für Pause Ads zur Verfügung. Sehr enge Zielgebiete können außerdem die verfügbare Reichweite begrenzen; Standortsignale sind nicht in jeder Situation hundertprozentig genau.

Google Ads oder Google DV360: zwei unterschiedliche Buchungsmodelle

Die meisten Werbetreibenden buchen YouTube über Google Ads. Dort gibt es Pause Ads aber nur im Reservierungsmodell, als Teil von YouTube-Select-Lineups mit dem Kampagnenziel „Premier Reach“. Mit einer normalen Auktionskampagne, wie sie die meisten kennen, kommt man an das Format nicht heran.

 

In Display & Video 360 (DV360), Googles Plattform für den programmatischen Einkauf, sind YouTube Pause Ads über Instant Deals buchbar, garantiert oder nicht garantiert. Abgerechnet wird pro tausend Einblendungen. Der Deal wird im Marketplace angelegt und dann wie andere Kampagnen im selben Konto geführt, sodass sich Pause Ads zusammen mit anderen CTV- und Videoformaten auswerten lassen.

 

Für DV360 braucht man einen eigenen Zugang. Wir arbeiten täglich mit DV360 und setzen YouTube Pause Ads für unsere Kunden dort auf.

Was man für eine YouTube Pause Ad braucht

Die Anforderungen sind überschaubar. Man braucht ein statisches Bild als PNG oder JPG mit 1080 bis 1350 Pixeln Kantenlänge, am sichersten quadratisch, höchstens 2 MB groß. Dazu kommen eine Headline, eine Ziel-URL und ein Referenzvideo auf YouTube. Das Video selbst wird dabei nicht ausgespielt.

 

Beim Absender gibt es eine Besonderheit. Ohne weitere Angaben zeigt die Anzeige Namen und Profilbild des YouTube-Kanals, auf dem das Referenzvideo liegt. In DV360 lassen sich Firmenname und Logo aber separat hinterlegen, als Vorgabe für neue Anzeigen eines Werbetreibenden oder für eine einzelne Anzeige. So erscheint die Marke als Absender, auch wenn sie keinen eigenen, gepflegten YouTube-Kanal hat.

 

 

Was man wissen sollte

Google dokumentiert für Pause Ads in Google-Ads-Reservierungskampagnen keine eigene oder externe Viewability-Messung und keine externe Brand-Suitability-Messung. Die DV360-Hilfe beschreibt die Drittanbietermessung für Pause Ads allgemeiner als eingeschränkt. Welche Messmöglichkeiten für die konkrete Buchung verfügbar sind, sollte deshalb vor dem Start geprüft werden. Brand-Lift- und Search-Lift-Studien sind grundsätzlich möglich, wenn die Kampagne die Voraussetzungen dafür erfüllt. Außerdem stehen für Pause Ads nicht alle Targeting-Optionen zur Verfügung, die man von In-Stream-Anzeigen kennt.

 

Der Markt bewegt sich schnell. Netflix öffnet Pause Ads zunehmend für den programmatischen Einkauf, RTL+ will 2027 folgen. Wer das Format jetzt testet, weiß früh, was es für die eigene Marke leistet.

Fazit

Pause Ads erscheinen in einem Moment, in dem kein Inhalt unterbrochen wird und der Fernseher trotzdem noch läuft. Erste Studien zeigen eine gute Akzeptanz und hohe Aufmerksamkeit. Die von uns angefragten Streaming-Angebote waren häufig mit Mindestbudgets oder festen Buchungsbedingungen verbunden. YouTube bietet eine große Nutzung auf dem Fernseher und war in unseren Tests deutlich günstiger. Über DV360 lässt es sich zudem flexibel einkaufen. Für einen ersten Test ist das aus unserer Sicht der praktischste Weg.

 

Sie möchten Pause Ads ausprobieren? Wir zeigen Ihnen, wie Ihre Anzeige auf dem Fernseher aussieht, und setzen die Kampagne in DV360 für Sie auf.

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